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Geschichte der Feuerwehr Großörner

ChronikAnno 1530, als der Müllerknecht in der Dorfmühlen  in der Fachtnacht,  vielleicht auch wohl bezecht, den Eseln bei Lichte nach Heu langen  wollen  ist er mit dem Licht unfürsichtig umgegangen; darüber  die Mühle mit sonst noch 9 Häusern abgebrunnen.

War vor etlichen Jahren zuvor auch abgebrunnen, desgleichen auch hernach zum dritten mal, aber doch ohne anderer Leute Schaden”

 

Anno 1894

In Großörner standen also zwei Löschspritzen. Nach preußischenm Recht hatten alle Männen zwischen 18 und 55 Jahren sich an notwendigen Löscharbeiten zu beteiligen.

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

 

In Großörner erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1905. Am 12. Mai unterschrieben die fünf Mitglieder des Vorstandes- Meissner, Aug. Schröter, E. Schulze, Karl Teutloff und Friedrich Jordan- die Satzung. Es folgten die Unterschriften aller 31. Mitglieder. Der Landrat genehmigte diese Satzung am 27. Juli, und der Amtsvorsteher nahm sie am 4. August zur Kenntnis. Sie hatte damit Rechtskraft, und die Freiwillige Feuerwehr Großörner konnte offiziell ihre Tätigkeit aufnehmen.

Wenden wir uns aber zunächst der  Satzung zu.
 
Im § 1 heißt es: “Zur Übernahme des persönlichen Feuerlöschdienste für die Gemeinde Großörner tritt ein Verein von Freiwilligen zusammen, welcher unter der Bezeichnung  Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Großörner ein Teil des Feuerlöschwesens der Gemeinde Großörner bildet. § 18 nennt unter den Pflichten eines Feuerwehrmannes auch “den Vorgesetzten willigen Gehorsam zu leisten und … sowohl in als auch außer Dienst hat jedes Mitglied der Feuerwehr ein ehrenhaftes männliches Betragen und dabei Nüchternheit, Ruhe und Ausdauer zu zeigen”

 

Die Wehr stand unter dem Kommando eines Brandmeisters, in den ersten Jahren des Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr hatte dieses Amt der Zimmermann Gustav Dittmann inne.


Auch die Ausrüstung war entsprechend der Aufgaben geregelt. Sie bestand bei den Feuermännern aus Bluse, Helm mit Nackenleder, einem starken ledernen Gurt mit Gurthaken, ergänzt durch Beiltasche mit Beil und eisernen Ringen und Signalpfeife nebst Schnur. Die Helme waren die Paradehelme des kaiserlichen Militärs, die Pickelhauben.

Nach der Satzung ist das ab 1908 geführte Kassenbuch das älteste Dokument der Freiwilligen Feuerwehr Großörner.

 

Ab 1911 wählte die Feuerwehr ihre Hornisten. Sie hatten mit ihren Hörnern in den ihnen zugeteilten Straßen Alarm zu blasen. Ab 1914 erhielt die Feuerwehr regelmäßig Zuschüsse von der Gemeinde. Sie betrugen zunächst 30 Mark, ab 1917 dann 35 Mark jährlich.

 

Der Krieg war Vorbei.


Es herrschten einerseits Not und Armut. Aber man wollte dem irgendwie entfliehen. Der Krieg hatte den Menschen außerdem 4 Jahre ihrer Jugend geraubt. Es bestand also Nachholbebedarf. So veranstaltete die Feuerwehr am 22. März ein Frühjahrsvergnügen, am 29. Mai das Stiftungsfest und am 16. November nochmals ein Herbstvergnügen. Das Glas Bier kostete 30 bzw. 35 Pfennig.


Zu einem besonderm Höhepunkt gestaltet sich das Fest zum 25jährigem Jubiläum der Wehr. Aus Anlaß dieses Stiftungsfestes spendeten die Ehefrauen der Feuerwehrmänner eine Trommel und eine Pfeife für den Spielmannszug.

 

Chronik1933 bis 1945

Eine Neuerung gab es noch 1933: die Feuerwehr sollte sich geschlossen an Kirchgängen beteiligen.

 

1934 erfolgte dann eine Neuorganisation des Löschwesens. Wie alle noch bestehend Vereinigung wurde auch die Feuerwehr “gleichgeschaltet”

 

Nachdem die Wehr seit 1931 vergeblich versucht hatte, eine leistungsfähige Motorspritze zu bekommen, war es nun nach 2 Jahren endlich soweit. Am 29. September 1933 wurde sie angeliefert,: eine Trag-kraftspritze mit einer Wasserleistung von 400 l in der Minute, also eine TS 4 mit Anhänger (TSA) vom Typ Magirus.

 

1935
 Aber dennoch hatte die Feuerwehr kein eigenes Fahrzeug. Für Einsätze außerhalb des Ortes und zum Heranschaffen des Wassers war deshalb die Frage der Spanndienste zu klären.

 

Ein Jahr später stand der Wehr ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung “ Oberbrandmeister Hesse machte weitere Mitteilung, dass der Löschzug ein Auto beschafft hat für billigen Preis” heißt es im Protokoll vom 26.4.1936. Aber was für ein Auto! Ein Benz, Baujahr zwischen 1918 und 1920 mit Wulsreifen auf Holzfelgen. Es hatte einen 6-Zylinder-Motor, erreichte mit Anhänger eine Geschwindigkeit von 80 bis 90 km/h und besaß Rechtssteuerung. Man konnte damit 9 Personen Befördern, also eine Gruppe von 1:8.

 

1936

Inzwischen galt die Freiwillige Feuerwehr des Amtsbezirkes Großörner als die stärkste Wehr des Kreises.

 

1939

Am 1. September brach der 2. Weltkrieg aus. Das brachte auch für die Feuerwehr grundsätzliche Änderungen. Die Wehrleitung hießen jetzt Truppführer und Obertruppführer und hatten die Berechtigung, eine Pistole zu tragen. Die Freiwillige Feuerwehr war zur Polizeitruppe geworden.

 

Vom Zusammenbruch zum DDR-Sozialismus

Doch die Feuerwehr war nicht zusammengebrochen. Am 1.12. 1946 konnte Kamerad Reinke 31 Kameraden zur 1. Versammlung nach dem Kriege begrüssen.
Die Versammlung wählte nun einstimmig Hermann Wölfer zum Nachfolger. Für den ebenfalls zurückgetretenen Paul Franke wurde Willi Herm als stellvertretender Wehrleiter gewählt.

 

1948

Eine neuerliche Veränderung der Organisation ergab sich nach der Gründung der DDR. Innerhalb der Volkspolizeikreisämter (VPKA) koordinierte nun die Abteilung F (=Feuerwehr) mit ihren Instrukteuren die Arbeit der Feuerwehren des Kreisgebietes. In den Jahren des Neubeginns nach dem 2.Weltkrieg hat es nicht an Plänen gefehlt, die Einrichtung der Feuerwehr instand zu setzen, zu renovieren oder auch zu erweitern. Schon 1948 gab es Überlegungen zum Bau eines Feuerwehrdepots.

 

1953

Inzwischen, nach 15 Jahren Einsatz in Großörner, mußte das alte Fahrzeug der Wehr, der Benz, aus dem Verkehr gezogen werden. Ein aus der kurzen Zeit amerikanischer Besatzung hier gebliebenes und in Mansfeld sichergestelltes Sanitätsfahrzeuge erhielt die Feuerwehr vom Landratsamt, übergeben. Es war ein Dodge mit 6-Zylinder-Maschine, 3,6 l Hubraum und einen enormen Benzinverbrauch.


Der Wehrleiter, Oberbrandmeister Wölfer, hatte schon 1953 gebeten, ihn von seinem Amt zu entbinden. Zum Nachfolger wählte die Hauptversammlung am 16.1. !955 einstimmig den bisherigen Schulungsleiter Werner Kober zum Wehrleiter und Kurt Töpfer zum Stellvertreter.

 

1959

In diesem Jahr erhielt die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug. Der alte Dodge entsprach wegen seines hohen Kraftstoffverbrauchs von inzwischen nahezu 50 Liter auf 100 km nicht mehr den Anforderungen und so erwarb die Gemeinde Großörner einen älteren LF 15, ein Mercedes, für ihre Feuerwehr.

 

Chronik1965

Die Einsatzbereitschaft des Löschfahrzeuges LF 15 war bald wegen der vielen Defekte nicht mehr gewährleistet. Es mußte aus dem gezogen werden. Die Feuerwehr erhielt dafür ein neues Fahrzeug, einen Lkw LF8 vom Typ Phäno- garant mit Schlauchwagen.

 

1968

Der Rat der Gemeinde gab den Auftrag zur Vorprojektierung eines Gerätehauses an den Bauingenieur Dehne

 

1972

Der langjährige Wehrleiter Werner Kober legte in der Jahreshauptversammlung am 12.2.1972 nach Erreichen des 60. Lebensjahres sein Amt nieder. Jetzt schlug die Versammlung die Kameraden Schwenicke, Müller und Foß für die neue Wehrleitung vor.

 

1974

Das Löschfahrzeug Lkw LF8 blieb bis 1974 im Einsatz. Das nächste Fahrzeug, ein Robur- Lo, besaß eine eingebaute Vorbaupumpe, eine zusätzliche Tragkraftspritze (TS 8), eine Notstromaggregat und sechs Druckluftbeatmungsgeräte.

 

1976

Am 12.12 diesen Jahres entband der Rat der Gemeinde die Wehrleitung auf eigenen Wunsch von ihren Aufgaben. Sie setzten eine neue Leitung mit den Kameraden Manfred Schnitzer als Wehrleiter, Wolfgang Zinke als Stellvertreter für die Ausbildung und Schulung  und Edgar Junghans als Stellvertreter für Brandschutz ein.

 

1978

In diesem Jahr begann schließlich der Bau des neuen Gerätehauses. Bis zur Fertigstellung dauerte es dann noch weitere 3 Jahre.


In diesem Jahr legte Manfred Schnitzer das Amt des Wehrleiters zunächst für 2 Jahre nieder. Seine Vertretung übernahm der Kamerad Wolfgang Zinke. Dessen Aufgabenbereich erhielt Winfried Kern übertragen. Doch Wolfgang Zinke behielt die Leitung der Wehr auch weiterhin inne. Er kann mittlerweile auf eine 30jährige Tätigkeit als Wehrleiter zurückblicken.

 

Neue Politik und neue Aufgaben

Als Wehrleiter Zinke am 27.1.1990 die Jahreshauptversammlung der FFW Großörner eröffnete, gab es zwar noch die DDR, aber ihr baldiges Ende war absehbar.
Nach Beitritt der DDR zur BRD galten dann auch in der Feuerwehr deren Gesetze.

 

Chronik1993

Am 2.9. Erhielt die Feuerwehr ein neues Fahrzeug übergeben. Der Bürgermeister Harry Selent hatte besonderen Anteil daran.
Das neue Fahrzeug ist ein VW TSF-W, das mit Tragkraftspritze TS 8, 500 l Wassertank, Rettungspreitzer, Rettungsschere, sowie Einsatztechnik für eine komplette Löschgruppe ausgerüstet ist

 

1994

Allein das Hochwasser vom 13.4 brachte der Feuerwehr Großörner tagelang umfangreiche Arbeit. 4768 Einsatzstunden leisteten sie dabei. Die Katastrophe hatte nie gekannte Ausmaß erreicht.


Als Konsequenzen aus dem Hochwassergeschehen schlug die Wehrleitung der Gemeinde den Kauf eines Voraus-Gerätewagens vor.

 

(Quelle: Geschichte der Feuerwehr Großörner)

Fortsetzung folgt....

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